Dioden

Selen - Doppel - Brückengleichrichter B 30 C 4200

Hier vorweg erst mal ein Brückengleichrichter, der sich im Prinzip ja auch nur aus 4 Dioden (hier 8) zusammen setzt. Diese Bauform der Selengleichrichter, bei denen jede einzelne Selenplatte im Prinzip eine Diode darstellt. Dieser spezielle Gleichrichter stammt aus einem alten Frako - Großnetzgerät / Gleichrichtergerät für 24 Volt / 3 Ampere. Diese Selengleichrichter waren vor dem Aufkommen der Silizium - Gleichrichterdioden das Standardbauteil als Gleichrichter für Netzgeräte aller Art. Mit dem verstärkten Aufkommen der Leistungs - Siliziumdioden etwa ab Mitte der 1960er Jahre verschwanden diese Selengleichrichter zunehmend. Sie hatten oft auch den Spitznamen “Gleich - riecht - er”, weil sie bei Überlastung oder einem Defekt / Durchschlag die Eigenschaft hatten, fürchterlich zu stinken, ähnlich wie faule Eier. Im Gegensatz zu Siliziumdiodengleichrichtern hatten sie einen geringeren Sperrwiderstand in Sperrrichtung und in Durchlaßrichtung einen höheren Innenwiderstand, wodurch größere Verluste auftraten und höhere Ströme nur durch wesentlich großflächigere Selenplatten möglich wurden.

So wurden Gleichrichter für Ströme oberhalb von etwa 1 Ampere auch immer zu einem sehr platzraubenden Bauteil, dafür brauchten sie nicht, wie Siliziumdioden, auf zusätzlichen Kühlblechen montiert zu werden, um ihre Nennströme zu verarbeiten. Um höhere Spannungen verarbeiten zu können, wurden einfach mehrere Selenplatten in Reihe geschaltet (pro Gleichrichter - Diodenzweig). Eine Einzelplatte konnte (je nach genauem Bautyp) etwa 25 bis 35 Volt “vertragen”, wenn dieser Wert überschritten wurde, schlug die Platte, ählich wie ein Kondensator an zu hoher Spannung, durch, was meist zu der oben erwähnten Geruchsentwicklung führte.